Ich möchte unbedingt über einen Menschen schreiben. Er ist unser Ausbilder in der Ausbildung. Natürlich kann ich seinen Namen nicht nennen, nicht einmal positiv. Aber in Zukunft, nach dem Sieg, hoffe ich, dass alles gut wird und ich schreiben kann, wer er ist. Das Land muss seine Helden kennen.
Bis dahin werde ich ihn mit dem erfundenen positiven Namen Sun bezeichnen. San hat sich seit den ersten Tagen des Krieges freiwillig gemeldet. Mehr als zwei Jahre lang kämpfte er an der Front (er sagte, wo genau, aber ehrlich gesagt habe ich es nicht gemerkt).
Er erzählte uns nicht direkt, wie es dort für ihn war. Aber er erzählte uns regelmäßig von verschiedenen Situationen und Fällen, wenn er uns Vorträge über Pflichten, Ausrüstung usw. hielt.
Nach dem, was ich gehört habe, hat er die Hölle durchlebt. Aber wie ich gesehen habe, ist er ein Mensch geblieben. Ich habe mehrmals gesehen, wie er sich sogar mit anderen Ausbildern gestritten hat, um sich mehr um uns zu kümmern. Zum Beispiel, dass wir zusätzliche Decken bekamen, damit wir nachts wärmer hatten (ja, ja – nachts ist es hier draußen kalt, und Decken sind sehr nützlich). Oder dass wir Schutzhüllen für unsere Schaufeln bekamen. Oder es gab einen Fall, als wir Ausrüstung bekamen und der Ausbilder, der sie ausgab, sagte, wir sollten die verwenden, die da waren, aber San vereinbarte, dass sie ausgetauscht wurden. Und überhaupt gab es jeden Tag viele Momente, in denen sich zeigte, dass er sich um uns kümmert.
Ich möchte gleich zu Beginn betonen, dass ich nicht die gesamte ukrainische Armee usw. kritisiere, sondern nur über eine bestimmte Person schreibe.
Als er uns einen Vortrag über den Kampf gegen die russische Propaganda hielt, sagte er, dass wir eine ähnliche Propaganda haben, in der erzählt wird, dass bei uns alles gut ist. Er sagte, dass man sich nach dem Anhören dieser Propaganda die Frage stellt, warum wir noch nicht gesiegt haben. Das heißt, er hat nicht einfach den Vortragstext vorgelesen, sondern ehrlich über die Situation berichtet.
Kurz gesagt, San ist ein Mensch, der durch die Hölle gegangen ist, aber dennoch ein Mensch geblieben ist. Wie das passiert ist, weiß ich nicht. Vielleicht ergibt sich irgendwann einmal die Gelegenheit und die passende Situation, ihn danach zu fragen
Heute sprach er über die Ausrüstung, die man an der Front benötigt. Man merkte, dass er sich mit Ausrüstung gut auskennt. Zu jedem Ausrüstungsgegenstand hatte er eine Geschichte aus seiner eigenen Erfahrung, wo welche Ausrüstung benötigt wird und wozu sie dient. Am Ende sagte er Folgendes: Was euch vom Staat ausgehändigt wird, reicht gerade so aus, um zu kämpfen. Alles andere muss man sich selbst kaufen. Er riet eindringlich, nicht darauf zu warten, dass der Staat alles ausgibt, denn er wird nicht alles ausgeben. Er fügte hinzu, dass diese Ausrüstung teuer ist, riet aber eindringlich, daran nicht zu sparen. Denn davon hängt zumindest unsere Gesundheit und oft auch unser Leben ab.




