Heute war wohl der schlimmste Tag der gesamten Ausbildung. Und meiner Meinung nach sind dafür nur wir selbst, die Kadetten, schuld. Fast jeder von uns, manche mehr, manche weniger.
Unsere Ausbilder haben mit speziellen Freiwilligen vereinbart, dass sie Antriebe (ein Antrieb ist ein Sturmgewehr) und alle anderen notwendigen Ausrüstungsgegenstände mitbringen. Damit wir taktische Übungen durchführen können, aber nicht wie bisher mit Paf-Paf, sondern mit guten Sturmgewehrantrieben.
Wir haben die gleichen taktischen Übungen wie zuvor durchgeführt – Verteidigung und Sturm auf Schützengräben.
Ich möchte und werde nicht alles im Detail beschreiben. Das Hauptproblem war die sehr schlechte Kommunikation. Aufgrund der schlechten Kommunikation untereinander entstanden die meisten Probleme.
Wir hatten sowohl bei den taktischen Aktionen als auch in den damit verbundenen Situationen Probleme. Zuerst verlor einer von uns sein Funkgerät, dann verlor ein anderer seine Waffe (Antrieb). Und zum Schluss ging noch eine Person verloren, und wir suchten sie dann etwa 20 Minuten lang, sogar mit einem Megafon.
Ich habe meinerseits einen Fehler gemacht. Als wir den Graben verteidigten und der Gegner näher kam, gab ich einen Bericht, aber keinen vollständigen. Und als der Gegner direkt zu schießen begann, gab ich überhaupt keinen Bericht, sondern begann einfach zu schießen.
Später kamen wir im Gespräch mit unseren Kameraden zu dem Schluss, dass wir überhaupt kein Team sind. Viele äußerten auch die Meinung, dass das Problem darin liege, dass wir zu viele „Kommandeure und Berater” hätten, zu viele Besserwisser, die alle belehren.
Einige meiner Kameraden meinten, dass wir das nicht mehr ändern könnten, andere sagten, dass noch alles zu ändern sei.
Mir persönlich wurde plötzlich klar, dass das Ziel der BZVP (Grundlegende allgemeine militärische Ausbildung) nicht nur darin bestand, jedem von uns bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten beizubringen. Sondern auch darin, uns die Erfahrung zu vermitteln, wie man ein eingespieltes Team bildet und im Team arbeitet.
Außerdem habe ich mich selbst davon überzeugt, dass moderne und coole Geräte allein nicht ausreichen, um gute Erfahrungen zu sammeln. Einerseits kann man auch ohne sie gute Erfahrungen sammeln und etwas Nützliches lernen. Andererseits kann man auch mit ihnen nichts lernen und keine guten Erfahrungen sammeln.
Ich habe nichts gegen den Einsatz moderner Technik für den Unterricht. Ich bin nur der Meinung, dass dies keine Priorität hat. Man kann auch ohne sie gut lernen. Moderne Technik allein garantiert dir noch keinen guten und effektiven Unterricht.
Am meisten hängt es von dir selbst ab. Dann von deinen Lehrern. Und erst weit dahinter von irgendwelchen technischen Mitteln.




